Wie Sie eine widerstandsfähige Strategie für die Herstellung von Cannabisprodukten entwickeln

September 3, 2025 | Mohammed Rubaye

Die Cannabisbranche befindet sich auf einem starken Wachstumskurs. Im Jahr 2024 wurde der US-amerikanische Cannabismarkt mit 38 Milliarden US‑Dollar bewertet; Prognosen gehen davon aus, dass er bis 2028 auf 57 Milliarden US‑Dollar anwachsen wird. Die Legalisierung schreitet weiter voran: In 39 Bundesstaaten ist der medizinische Gebrauch erlaubt, in 24 Staaten der Freizeitkonsum. Da eine bundesweite Regulierung immer näher rückt, müssen Hersteller sich auf eine Zukunft vorbereiten, in der der Handel über Staatsgrenzen hinweg zum Standard wird. Gleichzeitig steigen die Erwartungen der Verbraucher an Konsistenz, Sicherheit und Innovation. Diese Entwicklungen erfordern höhere Produktionsvolumen und eine strengere Kontrolle von Qualität, Einhaltung der Kennzeichnungsvorschriften und Skalierbarkeit.

Ohne Automatisierung wird es Herstellern schwerfallen, die Qualität zu sichern, Personalkosten zu steuern und sich an sich ändernde Vorschriften anzupassen. Da sich die Branche zunehmend an den Standards der Pharmaindustrie und der Konsumgüterindustrie orientiert, ist Automatisierung kein Luxus mehr sondern eine Notwendigkeit.

Manuelle Arbeit: die versteckten Kosten der Cannabisfertigung

Trotz des rasanten Wachstums sind viele Hersteller in nahezu jeder Phase der Cannabisproduktion stark von manueller Arbeit abhängig. Diese Abhängigkeit bringt eine Reihe betrieblicher Herausforderungen mit sich, die Wachstum, Konsistenz und Profitabilität gefährden.

Die Cannabisbranche verzeichnet hohe Fluktuationsraten, und die körperlichen Anforderungen von Tätigkeiten wie der Herstellung von Pre‑Rolls führen häufig zu Ermüdung und Stillständen. Manuelle Prozesse sind zudem stark schwankend. So kann beispielsweise das manuelle Schneiden von mit Wirkstoffen versetzten Gummibonbons (Gummies) zu uneinheitlichen Dosierungen führen – mit dem Risiko von Chargenverwerfungen und Nichteinhaltung regulatorischer Vorgaben.

Mit sich wandelnden Vorschriften steigen auch die Anforderungen. Deshalb müssen Cannabishersteller in Automatisierungstechnologien investieren, die Präzision, Wiederholbarkeit und Rückverfolgbarkeit unterstützen. Technologien wie SuperTrak CONVEYANCE™, automatisierte Abfüllsysteme oder Verpackungslösungen wie JuanaPack  können Hochvolumenprozesse mit minimalem Eingriff bewältigen. Parallel dazu bieten Virtual-Reality-Trainings immersive Schulungen, die die Prozesskonstanz verbessern.  Darüber hinaus helfen System Twins und virtuelle Inbetriebnahme , Sicherheits- und Produktionsrisiken bereits vor der Implementierung zu erkennen und zu beheben.

Skalierung der Cannabisfertigung: Warum Kosteneffizienz schwieriger ist, als es scheint

Die Skalierung von Cannabisbetrieben ist eine komplexe Aufgabe. Manuelle oder teilmanuelle Umgebungen können monatliche Produktionsvolumen von 50.000 bis 100.000 Einheiten noch bewältigen. Steigt die Nachfrage jedoch darüber hinaus – etwa in Richtung einer halben Million Einheiten oder mehr – stößt ein manueller Ansatz zunehmend an seine Grenzen:

Zur Bewältigung dieser Herausforderungen ist eine schrittweise Automatisierungsstrategie erforderlich. Entwickelt in Zusammenarbeit mit erfahrenen Automatisierungspartnern wie ATS Industrial Automation und strategischen Technologiepartnern wie Paxiom, um teil- und vollautomatisierte Montagelinien zu konzipieren und umzusetzen, die sowohl zu den Fertigungszielen als auch zur Kapitalplanung passen.

Vorbereitung auf eine kontinuierliche Cannabisproduktion

Die Skalierung von Hochgeschwindigkeitsmontage und 24/7‑Fertigung geht über die reine Steigerung des Outputs hinaus, es geht darum, einen widerstandsfähigen Betrieb aufzubauen. Unternehmen, die eine kontinuierliche Produktion nicht vorausschauend planen, können die Marktnachfrage möglicherweise nicht bedienen, insbesondere bei Hochvolumen‑SKUs wie Vape‑Produkten und Edibles.

Die Fähigkeit, Anlagen schnell umzurüsten und zu skalieren, ist entscheidend, da sich die Branche rasant weiterentwickelt. Durch die Simulation von Durchsatz, die Validierung der Prozesszuverlässigkeit und die frühzeitige Identifikation potenzieller Engpässe unterstützt Illuminate™ Manufacturing Intelligence Hersteller dabei, mit größerer Sicherheit zu operieren. Technologien wie  SuperTrak CONVEYANCE™  ermöglichen zudem kompakte Hochgeschwindigkeits-Produktionslinien, die die benötigte Stellfläche reduzieren und gleichzeitig den Durchsatz erhöhen.  JuanaRoll‑1 ist darüber hinaus speziell dafür ausgelegt, Pre‑Rolls präzise zu verwiegen, zu füllen, zu verdichten, zu stopfen, zu drehen und zu trimmen.  Und trägt so maßgeblich zu einer gleichbleibenden Produktqualität bei. Dies ist besonders in der Cannabisfertigung von Vorteil, wo Produktvariabilität und regulatorische Vorgaben höchste Präzision erfordern.

Die Cannabisproduktion zukunftssicher machen

Auch wenn die Cannabisbranche derzeit weder von der U.S. Food and Drug Administration (FDA) noch durch globale Fertigungsstandards reguliert wird, wird sich diese Realität voraussichtlich ändern. Bundesstaaten wie Kalifornien, Oregon und Michigan, neben weiteren, führen bereits strengere Vorgaben für Verpackung, Kennzeichnung und Produktrückverfolgbarkeit ein. Eine bundesweite Regulierung wird sich voraussichtlich an den Standards orientieren, die in der Pharma- und Konsumgüterindustrie gelten.

Ein weiterer wichtiger Aspekt sind kindersichere Verpackungen. Viele Bundesstaaten schreiben Verpackungsdesigns vor, die eine unbeabsichtigte Einnahme verhindern. Hersteller von Kapseln,  Tabletten  und  Edibles können  sich an Lösungen aus der Life‑Sciences‑Branche und dem OTC‑Bereich orientieren, etwa an kindersicheren Verschlüssen von Paracetamol-Flaschen, um zukünftige Anforderungen zu erfüllen.  Ebenso zeichnet sich Serialisierung auf Ebene des einzelnen Produkts  als wahrscheinliche Anforderung ab, von der Produktion bis zum Verkauf.

Flexibilität und Konformität im Design

Cannabishersteller müssen ihre bestehenden Prozesse und Anlagen unter dem Gesichtspunkt der Anpassungsfähigkeit bewerten. Die Fähigkeit, Etiketten zu aktualisieren, Verpackungsformate zu ändern und Rückverfolgbarkeitsfunktionen zu integrieren, wird entscheidend sein. Starre oder wenig flexible Anlagen können schnell veraltet werden, wenn sich Vorschriften oder Kundenanforderungen ändern.

Wichtige Überlegungen sind unter anderem:

Hersteller sollten Pre-Automation‑Services  wie Proof-of-Principle-Studien  und Prozesssimulationen  in Betracht ziehen, um zu validieren, dass ihre Systeme künftige regulatorische Anforderungen erfüllen können. Diese proaktiven Ansätze helfen Teams, ihre aktuellen Abläufe frühzeitig mit erwarteten Vorschriften und Wachstumszielen in Einklang zu bringen.

Frühzeitige Automatisierungsplanung

Automatisierung mag wie eine entfernte Überlegung erscheinen, das nur für Großbetriebe oder zukünftige Expansionen vorgesehen ist. Die Realität? Automatisierung ist ein strategisches Instrument, das Herstellern jeder Größe hilft, effizient zu skalieren und Kosten zu senken.

Einer der häufigsten Vorbehalte von Produktionsverantwortlichen betrifft die anfänglichen Investitionskosten. Wird Automatisierung jedoch zu lange hinausgezögert, können die langfristigen Kosten deutlich höher ausfallen. Mit zunehmendem Wettbewerbsdruck geraten Unternehmen, die nicht frühzeitig geplant haben, in Schwierigkeiten gegenüber jenen, die
Automatisierung bereits konsequent nutzen.

Wer das Gespräch frühzeitig mit einem erfahrenen Automatisierungspartner sucht, kann fundierte Entscheidungen treffen, Risiken reduzieren und das Unternehmen langfristig erfolgreich positionieren.

Häufig gestellte Fragen: Automatisierung in der Cannabisfertigung

F1: Ist Automatisierung nur etwas für große Cannabisproduzenten?

Auch wenn Automatisierung für Hochvolumenproduktion unverzichtbar ist, profitieren ebenso kleine und mittelständische Hersteller davon. Automatisierung hilft Teams, die Prozesskonstanz zu verbessern, die Abhängigkeit von manueller Arbeit zu reduzieren und sich – auch schrittweise – auf zukünftiges Wachstum vorzubereiten.

F2: Was, wenn wir noch nicht bereit sind, unseren gesamten Prozess zu automatisieren?

Automatisierung kann schrittweise eingeführt werden. Mithilfe von Pre-Automation‑Services können Hersteller jene Prozessschritte identifizieren, die sich kurzfristig am besten für Automatisierung eignen – und andere, die zu einem späteren Zeitpunkt adressiert werden können.

F3: Wie planen wir für Vorschriften, die noch gar nicht eindeutig definiert sind?

Automatisierung unterstützt Einheitlichkeit, Rückverfolgbarkeit und Skalierbarkeit – drei zentrale Säulen der regulatorischen Bereitschaft. Hersteller sollten modulare Anlagen in Betracht ziehen, die engere Toleranzen einhalten können. Wer heute Flexibilität einplant, vermeidet später kostspielige Nachrüstungen.

F4: Worauf sollten wir bei einem Automatisierungspartner achten?

Wählen Sie einen Partner mit Erfahrung in der Cannabisbranche und angrenzenden Industrien wie Life Sciences und Konsumgüter. Achten Sie auf ein Full‑Service‑Angebot – einschließlich Pre‑Automation‑Beratung, Anlagendesign und After‑Sales‑Service.

F5: Wie lange dauert die Umsetzung einer Automatisierungslösung?

Die Dauer variiert je nach Komplexität der Lösung und den Zielen des Herstellers. Im Durchschnitt kann ein umfassendes Automatisierungsprogramm  9 bis 12 Monate in Anspruch nehmen. Es ist wichtig, frühzeitig mit der Planung zu beginnen – bevor der Bedarf akut wird.

F6: Was, wenn wir aktuell kein Budget für Automatisierung haben?

Das Aufschieben von Automatisierung kann langfristig zu höheren Kosten führen – etwa durch ineffiziente Personaleinsätze, Qualitätsprobleme und verpasste Marktchancen. Eine Roadmap ermöglicht es Herstellern, Investitionen über die Zeit zu verteilen und Anlagen mit Wachstumsmeilensteinen zu verknüpfen.

Den richtigen Automatisierungspartner für die Cannabisfertigung wählen

Von sich ändernden bundesstaatlichen Vorschriften bis hin zu wachsendem Wettbewerb stehen Cannabishersteller vor Herausforderungen, mit denen klassische Produzenten oft nicht konfrontiert sind.  Ein Automatisierungspartner, der die Branche versteht, flexible Lösungen bietet und langfristige Unterstützung gewährleistet, ist entscheidend für den Aufbau eines erfolgreichen Betriebs.

Mit jahrzehntelanger Erfahrung in Konsumgütern, Verpackung und stark regulierten Branchen wie Life Sciences bietet ATS Industrial Automation einen beratenden Full‑Service‑Ansatz. Über Pre‑Automation‑Services wie Design for Manufacturability und Prozesssimulationen arbeitet ATS eng mit Herstellern zusammen, um eine nachhaltige Wachstumsplanung zu unterstützen.

Bereit, Automatisierung für Ihre Cannabisproduktion zu prüfen? Kontaktieren Sie uns, um noch heute mit der Ausarbeitung Ihrer Roadmap zu beginnen.

Jedes Cannabisfertigungsprojekt ist einzigartig. Lassen Sie uns Ihre Herausforderungen verstehen und zeigen, wie Automatisierung Ihr Projekt termingerecht starten kann.

Weitere Ressourcen

Mohammed Rubaye

Vice President, Sales

ATS Industrial Automation

Mit mehr als 14 Jahren Erfahrung im Bereich Automatisierung – und fundierten Kenntnissen in Engineering, Umsetzung und Vertrieb – leitet Mohammed Rubaye als Vice President of Sales bei ATS Industrial Automation das globale Vertriebsteam für Fertigungslösungen. Dabei unterstützt er Kunden weltweit, skalierbare Systeme zu entwickeln, die Leistung und Effizienz nachhaltig steigern.