In der Fertigung wird „einfach die Abläufe durchzugehen“ oft als Zeichen mangelnder Motivation gesehen. Im Kontext von Training jedoch ist es genau das, was Selbstvertrauen aufbaut, Sicherheit stärkt und die Wissensvermittlung verbessert. Genau darin liegt die Stärke von Virtual‑Reality‑(VR‑) Schulung ein immersives, szenariobasiertes Lernformat, das Herstellern hilft, ihre Teams auf reale Aufgaben vorzubereiten, noch bevor sie die Produktionshalle betreten.
Das Problem herkömmlicher Schulungen
Hersteller stehen vor einer Vielzahl komplexer Herausforderungen, wenn es um Schulungen geht und traditionelle Methoden wie Unterricht im Klassenraum oder Video‑Tutorials halten oft nicht Schritt. Diese Ansätze mögen früher funktioniert haben, doch heutige Produktionsumgebungen erfordern mehr Flexibilität, Konsistenz und Geschwindigkeit. Darum:
Begrenzte Zeit erfahrener Trainer
Die Personen mit dem größten Wissen sind häufig am stärksten eingespannt – sie lösen Probleme, steuern die Produktion oder kümmern sich um dringende Themen. Daher stehen sie selten für praxisnahe Schulungen zur Verfügung, sodass neue Mitarbeitende nicht die Anleitung erhalten, die sie benötigen, um erfolgreich zu sein.
Anlagenverfügbarkeit und Stillstandszeiten
Schulungen an laufenden Maschinen bedeuten oft, diese außer Betrieb zu nehmen. Ein teurer und störender Prozess. Manchmal stehen Maschinen gar nicht zur Verfügung, insbesondere wenn das Onboarding beginnt, bevor eine neue Linie vollständig in Betrieb genommen wurde.
Hohe Fluktuation
Hersteller stellen laufend neue Teammitglieder ein. Traditionelle Schulungsansätze können mit diesem Tempo kaum mithalten und erfordern, dass erfahrene Mitarbeitende wiederholt Trainings durchführen oder der Produktion entzogen werden was zu Engpässen und Überlastung führt.
Sicherheits‑ und Compliance‑Risiken
In gefährlichen Umgebungen können Fehler schwerwiegende Folgen haben. Traditionelles Training bietet nicht immer einen sicheren Raum, um Notfallabläufe oder risikoreiche Tätigkeiten zu üben. Das erschwert Wissenssicherung, Compliance und Einsatzbereitschaft.
Kulturelle und sprachliche Barrieren
Produktionsteams sind oft vielfältig, mit unterschiedlichen Sprachkenntnissen und kulturellem Hintergrund. Standardisierte Trainingsmaterialien sind möglicherweise nicht für alle zugänglich – was zu Missverständnissen, Fehlern und ungleichmäßiger Leistung führt.
Fehlende Standardisierung
Die Trainingsqualität hängt häufig davon ab, wer schult, wann geschult wird und wie die Schulung dokumentiert wird. Diese Inkonsistenz führt zu unterschiedlichen Kompetenzniveaus zwischen Schichten und Standorten – und erhöht das Fehlerrisiko.
Geringe Wissensbindung
Passives Lernen wie Vorträge oder Handbücher motiviert wenig. Ohne Übungsmöglichkeiten vergessen Lernende wichtige Schritte schneller besonders unter Druck.
Diese Herausforderungen sind nicht nur frustrierend, sondern auch teuer sie beeinträchtigen Produktivität, Qualität und das Vertrauen der Mitarbeitenden. Deshalb wenden sich immer mehr Hersteller Virtual Reality zu: einer skalierbaren, immersiven Lösung, die diese Probleme direkt adressiert.
VR ermöglicht es Mitarbeitenden, Aufgaben in einer sicheren, wiederholbaren Umgebung zu üben, Muskelgedächtnis und Selbstvertrauen aufzubauen, ohne Risiken für Menschen oder Maschinen. Ob Einrichtung, Wartung oder Fehlersuche: VR ermöglicht es Nutzern, Abläufe zu trainieren und aus Fehlern zu lernen.
Auf echten Maschinen aufgebaut – nicht nur auf Renderings
Das Virtual‑Reality‑Training von ATS Industrial Automation basiert auf dem Digital Twin. Mithilfe von Siemens‑Tools wie Plant Simulate, Process Simulate und dem Totally Integrated Automation (TIA) Portal erstellt ATS eine virtuelle Version der realen Maschine – einschließlich CAD‑Daten, Steuerungslogik und realitätsnahem Verhalten.
Das bedeutet: Das Training ist nicht nur realistisch, es ist präzise. Mitarbeitende sehen genau die Panels und Abläufe, die ihnen später auf dem Shopfloor begegnen. Da das Training auf denselben digitalen Assets basiert wie das Virtual Commissioning, kann es jederzeit aktualisiert werden, wenn sich die Linie weiterentwickelt.
Echte Ergebnisse, echte Flexibilität
VR‑Training bietet nicht nur mehr Engagement, sondern liefert messbare Vorteile:
- 4‑mal schnellere Trainingsdurchläufe als klassisches Lernen im Klassenraum.
- Nutzende sind 4‑mal sicherer in der Anwendung erlernter Fähigkeiten.
- 2,5‑mal bessere Wissensspeicherung.
VR‑Training ist zudem skalierbar. Hersteller können Schulungen standortübergreifend, in mehreren Sprachen und im Mehrspielermodus durchführen – ideal für teamorientierte Prozesse. Und dank Cloud‑Bereitstellung ist lediglich ein Headset und ein Login erforderlich.
Wo VR‑Training den größten Einfluss hat
Virtual‑Reality‑Training ist in verschiedensten Fertigungsumgebungen und Rollen äußerst flexibel einsetzbar. Zu den häufigsten und wirkungsvollsten Anwendungsfällen gehören:
Line Awareness und Sicherheitseinweisung
Neue Mitarbeitende können die Produktionsumgebung virtuell erkunden – sie lernen Sicherheitsbereiche, Not‑Aus‑Schalter und wichtige Anlagen kennen, noch bevor sie den Shopfloor betreten.
Maschineneinrichtung und ‑bedienung
Bediener*innen können die Abläufe zur Konfiguration und Steuerung von Anlagen durchlaufen und dabei ein Verständnis für Bedienelemente, Arbeitsschritte und typische Fehler entwickeln.
Wartung und Fehlersuche
Techniker können das Diagnostizieren von Störungen, den Austausch von Komponenten und die Durchführung routinemäßiger Wartungsarbeiten üben, ohne Maschinen außer Betrieb zu nehmen.
Standardarbeitsanweisungen (SOPs)
VR ermöglicht es Herstellern, Schulungen standort- und schichtübergreifend zu standardisieren und so sicherzustellen, dass kritische Aufgaben konsistent ausgeführt werden – unabhängig von Ort oder Trainerverfügbarkeit.
Komplexe oder gefährliche Arbeitsabläufe
Teams können risikoreiche oder schwer reproduzierbare Szenarien sicher simulieren – etwa Arbeiten in engen Räumen oder Notfallmaßnahmen.
Multi‑User‑Zusammenarbeit
Teams können gemeinsam in einer geteilten virtuellen Umgebung trainieren, selbst wenn sie sich in unterschiedlichen Werken oder Ländern befinden. Ideal für Abläufe, die standortübergreifende Abstimmung erfordern.
Da VR‑Training auf digitalen Assets wie CAD‑Modellen und digitalen Zwillingen basiert, lässt es sich exakt auf die spezifischen Anlagen, Prozesse und Herausforderungen jedes Herstellers zuschneiden.
Häufige Fragen zur Implementierung von VR‑Training
Wenn Hersteller Virtual‑Reality‑Training erkunden, treten häufig mehrere Fragen auf:
Wie lange dauert das Onboarding mit VR?
Schulungsmodule sind in der Regel kurz und szenariobasiert. Die meisten dauern nur wenige Minuten, abhängig von der Anzahl der Schritte. Mitarbeitende können Module bei Bedarf wiederholen, um das Gelernte zu festigen.
Kann VR unerwartete oder fehlerhafte Aktionen simulieren?
Szenarien können so gestaltet werden, dass Variationen, etwa falsch platzierte Werkzeuge oder fehlerhafte Schritte, integriert werden, um Entscheidungsfindung zu testen und korrekte Vorgehensweisen zu stärken. Eingebautes Feedback unterstützt Nutzende zudem, wenn ihnen Fehler unterlaufen.
Wie wird das Lernen gefestigt, sobald Mitarbeitende am Arbeitsplatz sind?
VR‑Training ist wiederholbar und jederzeit abrufbar. Mitarbeitende können Module vor realen Aufgaben erneut durchlaufen, um ihr Wissen aufzufrischen und Selbstvertrauen aufzubauen.
Kann VR‑Training an unsere Anlagen und Prozesse angepasst werden?
Trainingsszenarien werden mithilfe digitaler Zwillinge und CAD‑Daten der realen Anlagen erstellt, sodass das, was die Mitarbeitenden in VR sehen, mit den tatsächlichen Bedingungen in der Produktion übereinstimmt.
Wie sieht es mit Mixed Reality oder erweiterten Auflagen aus?
Neuere Headsets unterstützen Mixed Reality, bei der digitale Anweisungen auf reale Ausrüstung projiziert werden können. Das ermöglicht eine schrittweise Anleitung in Echtzeit und verbessert Schulung und Unterstützung direkt am Arbeitsplatz.
Wie wird der Zugriff verwaltet und wie sind Daten geschützt?
Die Plattform unterstützt Zugriff auf Nutzerebene und kann in der Cloud oder lokal bereitgestellt werden. Für sensible Umgebungen stellt die lokale Bereitstellung sicher, dass Daten im Netzwerk des Herstellers verbleiben.
Training, das sich mit der Linie weiterentwickelt
Der vielleicht stärkste Aspekt von VR‑Training ist seine Anpassungsfähigkeit. Wenn sich Maschinen ändern, kann sich auch das Training ändern. Aktualisierungen des Digital Twin fließen direkt in die Trainingsmodule ein – so bleibt alles synchron, ohne jedes Mal von vorne beginnen zu müssen.
Es ist nicht nur Training – es ist ein kontinuierliches Lernökosystem, das gemeinsam mit Ihren Abläufen wächst.
Um mit diesen immersiven Techniken zu beginnen, besuchen Sie
atsindustrialautomation.com/UReality.
Jedes Trainingsprogramm ist einzigartig. Lassen Sie uns Ihre Herausforderungen kennenlernen und zeigen, wie VR Ihr Training optimieren kann.
Danielle R. Sauvé
Vice President, Marketing & Service
ATS Industrial Automation
Danielle Sauvé is a marketing technologist and strategic leader, who transforms complex ecosystems into seamless customer experiences. With 20+ years across a variety of industries, she delivers insight-driven solutions that simplify workflows, elevate user value, and put customer success at the center of innovation.