Die Bedeutung der Definition von Abnahmekriterien in Automatisierungsprojekten 

Juli 3, 2025 | Ryan Tavares

Abnahmekriterien dienen als Bewertungsgrundlage, um festzustellen, ob ein automatisiertes Gerät die Aufgaben erfüllt, für die es entwickelt wurde. Dazu gehören Kennzahlen wie die Zykluszeit, die Anzahl der Fehler und die Anlagenverfügbarkeit.

Klar definierte Kriterien helfen Herstellern, Ressourcen zu sparen und sicherzustellen, dass die gelieferte Maschine den Erwartungen des Kunden und des Projektteams entspricht, ohne dass kostspielige Anpassungen notwendig werden. Die Kriterien unterstützen Teams außerdem dabei, Projektverzögerungen und Kommunikationsprobleme zu vermeiden – beides häufige Stolpersteine in der Fertigungsindustrie. Durch die frühzeitige Festlegung detaillierter Abnahmekriterien im Projektlebenszyklus können Hersteller sicherstellen, dass ihre Ausrüstung die gewünschten Qualitätsstandards erfüllt und effizient arbeitet, was letztlich zu erfolgreichen Projektergebnissen führt.

Einer Studie des Project Management Institute (PMI) zufolge sind 37 % aller Projektfehlschläge auf mangelnd definierte Ziele und Meilensteine zur Fortschrittsmessung zurückzuführen. Diese Statistik verdeutlicht ein erhebliches Problem: Viele Bestellungen von Montagelinien und Anlagen verzögern sich aufgrund notwendiger Nacharbeiten, insbesondere wenn Kriterien von Beginn an nicht klar festgelegt wurden. Schlechte Kommunikation verschärft dieses Problem zusätzlich – 30 % der Projektmanager nennen sie als Hauptursache für Projektfehler.

Bei der Auswahl eines Automatisierungspartners kann ein mangelnder Austausch über Abnahmekriterien ein Warnsignal sein. Werden Abnahmekriterien nicht klar festgelegt, führt dies zu einer Fehlanpassung zwischen Kunde und Automatisierungspartner. Das Ergebnis kann eine Anlage sein, die nicht den geforderten Standards entspricht und kostspielige sowie zeitaufwendige Anpassungen notwendig macht.

Was ist ein „korrekt hergestelltes Bauteil“?

In der Fertigung ist es entscheidend zu wissen, was genau ein „korrekt hergestelltes Bauteil“ ausmacht. Nur so ist sichergestellt, dass alle Beteiligten ein einheitliches Verständnis davon haben, wie ein gutes Teil auszusehen hat. Andernfalls kann Subjektivität dazu führen, dass Teile nicht den Qualitätsstandards entsprechen, was wiederum höhere Ausschussraten zur Folge hat.
So scheint die Vorgabe „keine Kratzer“ auf einem Teil zwar eindeutig, erfordert jedoch genaue Parameter, um unnötige Kosten zu vermeiden. Das menschliche Auge kann Kratzer nur bis zu einer bestimmten Größe wahrnehmen, während eine Maschine selbst kleinste Unregelmäßigkeiten zuverlässig erkennt.

Ohne klar definierte Abnahmekriterien wird der Prozess subjektiv, was zu Unstimmigkeiten und zusätzlichem Aufwand führt. Letztendlich ist es unerlässlich, ein korrekt hergestelltes Bauteil eindeutig zu definieren, um eine hochwertige und kosteneffiziente Produktion zu gewährleisten.

Herausforderungen bei der Definition von Abnahmekriterien

Auch wenn die Einigung auf Abnahmekriterien entscheidend für den Projekterfolg ist, stellt die klare Formulierung dieser Kriterien oft eine Herausforderung dar. Eine Unterdefinition kann dazu führen, dass Anlagen die Qualitätsstandards nicht erfüllen, während eine Überdefinition die Kosten unnötig in die Höhe treiben kann. Es ist wichtig, gemeinsam mit Ihrem Automatisierungspartner ein ausgewogenes Verhältnis zu finden, indem klare und realistische Kriterien festgelegt werden, die sowohl den Projektzielen als auch möglichen Einschränkungen entsprechen. Ein erfahrener Automatisierungspartner kann Hersteller dabei unterstützen, diese Spezifikationen zu identifizieren und sein Fachwissen nutzen, um häufige Fallstricke zu vermeiden.

Bezogen auf Linienanforderungen müssen das Produktentwicklungsteam, das Fertigungsteam und der Automatisierungspartner auf einer Linie sein, damit die Ausrüstung die spezifischen Anforderungen des Projekts erfüllt.

Eine klare Kommunikation ist entscheidend, um Einigkeit zwischen allen Parteien zu erreichen. Der Kunde sollte gezielte Fragen stellen, darunter:

  • Was sind die Endziele für das Produkt und die Automatisierungsanlage?
  • Wie viele Teile benötigen wir bis zum Jahresende?
  • Wie hoch sind die aktuellen Ausschussraten? Welche Qualitätsstandards müssen erfüllt werden?

Diese Fragen helfen Teams, realisierbare Abnahmekriterien zu definieren, sodass jede Anlage wie vorgesehen arbeitet. Durch eine offene und transparente Kommunikation können Teams gemeinsam daran arbeiten, diese wichtigen Spezifikationen zu verstehen und zu erreichen – was letztlich zu erfolgreichen Projektergebnissen führt.

Häufig verwendete Abnahmekriterien in der Automatisierung

Es gibt mehrere wichtige Kennzahlen, anhand derer Teams beurteilen können, ob eine automatisierte Anlage die gewünschten Leistungs- und Qualitätsstandards erfüllt. Zu diesen Kriterien gehören typischerweise Messgrößen wie Zykluszeit, Anlagenverfügbarkeit und Anzahl der Fehler.  

Gesamtanlageneffektivität (OEE)

Die Gesamtanlageneffektivität (OEE) ist eine zentrale Kennzahl zur Bewertung von Fertigungsanlagen. Sie kombiniert drei entscheidende Faktoren: Verfügbarkeit, Leistung und Qualität. Diese Faktoren vermitteln ein umfassendes Bild darüber, wie gut jede einzelne Anlage arbeitet. Unternehmen nutzen OEE, um Verbesserungsmöglichkeiten zu erkennen und ihre Produktionsprozesse zu optimieren.
Wird OEE als Abnahmekriterium verwendet, ist es wichtig, Zielwerte festzulegen, die mit den Projektzielen und bestehenden Einschränkungen übereinstimmen. So arbeiten erstklassige Anlagen typischerweise im Bereich von 85–90 %, während ein zu hoch angesetztes Ziel – beispielsweise 99 % – die Kosten in die Höhe treiben und zu unnötiger Komplexität im Design führen kann. Eine klare Kommunikation unterstützt Teams dabei, realistische OEE-Ziele festzulegen.

Abnahme- und Ausschlusskriterien

Abnahme und Ausschlusskriterien helfen Herstellern festzustellen, ob eine Komponente oder ein Produkt die vordefinierten Qualitätsstandards in einem automatisierten Fertigungsprozess erfüllt. Diese Maßstäbe stellen sicher, dass nur Komponenten, die die erforderlichen Spezifikationen erfüllen, in die nächste Produktionsstufe gelangen – und tragen so zur Aufrechterhaltung der Qualität und zur Reduzierung potenzieller Defekte bei.‑ und Ausschlusskriterien helfen Herstellern festzustellen, ob eine Komponente oder ein Produkt die vordefinierten Qualitätsstandards in einem automatisierten Fertigungsprozess erfüllt. Diese Maßstäbe stellen sicher, dass nur Komponenten, die die erforderlichen Spezifikationen erfüllen, in die nächste Produktionsstufe gelangen – und tragen so zur Aufrechterhaltung der Qualität und zur Reduzierung potenzieller Defekte bei.

Bei der Definition von Abnahme- und Ausschlusskriterien müssen Teams die produktspezifischen Anforderungen berücksichtigen, darunter Maßtoleranzen, Oberflächenbeschaffenheit und funktionale Leistungsmerkmale. Klare Parameter helfen Herstellern, subjektive Bewertungen zu vermeiden und sorgen für Konsistenz in der Produktion.

Darüber hinaus ist es wichtig, die Kriterien mit den übergeordneten Projektzielen abzugleichen und sie mit allen Beteiligten zu teilen. Dies stellt sicher, dass die Anlagen so ausgelegt und gebaut werden, dass sie die spezifischen Bedürfnisse des Herstellers erfüllen.

Zykluszeit

Die Zykluszeit ist ein entscheidendes Abnahmekriterium für Fertigungsanlagen. Sie beschreibt die Gesamtzeit, die benötigt wird, um einen vollständigen Produktionszyklus abzuschließen – vom Start einer Einheit bis zum Start der nächsten. Hersteller nutzen die Zykluszeit, um die Effizienz und Produktivität ihrer Anlagen zu messen und Produktionsprozesse so zu optimieren, dass die Nachfrage erfüllt werden kann.

Bei der Definition der Zykluszeit müssen die spezifischen Anforderungen der Produktionslinie berücksichtigt werden, darunter die gewünschte Ausbringungsmenge, die Komplexität der einzelnen Aufgaben sowie die Leistungsfähigkeit der eingesetzten Ausrüstung. Realistische Zykluszeiten tragen dazu bei, ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Geschwindigkeit und Qualität sicherzustellen, unnötige Belastungen der Anlagen zu vermeiden und einen konstanten Produktionsablauf zu gewährleisten.

Testkriterien und ‑spezifikationen

Testparameter sind wesentliche Bestandteile der Abnahmekriterien für Anlagen. Sie definieren die spezifischen Tests und Messungen, die eine Automatisierungsanlage bestehen muss, um als akzeptabel zu gelten. Hersteller nutzen diese Maßstäbe, um sicherzustellen, dass die Maschine die erforderlichen Leistungs und Qualitätsanforderungen erfüllt. Auf diese Weise wird das Risiko von Defekten reduziert und ein konsistenter Produktionsablauf gewährleistet.‑ und Qualitätsanforderungen erfüllt. Auf diese Weise wird das Risiko von Defekten reduziert und ein

Bei der Festlegung von Testkriterien ist es wichtig, die genauen Anforderungen des Produkts und der Fertigungsprozesse zu berücksichtigen. Dazu gehört die Bestimmung der erforderlichen Testarten – etwa Druck, Durchgangs oder Volumentests – sowie die Festlegung akzeptabler Toleranzbereiche für jeden einzelnen Test. Klare Kriterien helfen Führungskräften, subjektive Bewertungen zu vermeiden und die Anlagenleistung präzise zu beurteilen.‑, Durchgangs‑ oder Volumentests – sowie die Festlegung akzeptabler Toleranzbereiche für jeden einzelnen Test. Klare Kriterien helfen Führungskräften.

Sicherheitsfaktor‑Kommunikation

Die Kommunikation über Sicherheitsfaktoren bezieht sich auf die Praxis, einen Sicherheitsaufschlag in die Konstruktion und das Verhalten einer Anlage zu integrieren, um Unsicherheiten und mögliche Leistungsschwankungen zu berücksichtigen. Hersteller nutzen Sicherheitsfaktoren, um sicherzustellen, dass jede Anlage unter verschiedensten Bedingungen zuverlässig arbeitet, Risiken für Mitarbeitende minimiert und Ausfälle verhindert – wodurch die allgemeine Sicherheit erhöht wird. ­schwankungen zu berücksichtigen. Hersteller nutzen Sicherheitsfaktoren, um sicherzustellen, dass jede Anlage

Bei der Festlegung von Sicherheitsfaktoren müssen Hersteller spezifische Anlagenanforderungen, die potenziellen Risiken sowie zulässige Abweichungen der Leistungsfähigkeit berücksichtigen. Eine klare Kommunikation dieser Sicherheitsfaktoren hilft allen Beteiligten, sich über die Erwartungen an die Anlage abzustimmen – was zu erfolgreichen Projektergebnissen führt und letztlich ein stärkeres, sichereres Produktionsumfeld schafft.

Die Wahl des richtigen Automatisierungspartners

Hersteller, die ihre internen und externen Produktionsziele erreichen möchten, sollten nicht nur einen Lieferanten, sondern einen vertrauenswürdigen Partner einbinden. Ein erfahrener Automatisierungspartner verfolgt einen kooperativen Ansatz und arbeitet eng mit dem Kunden zusammen, um dessen individuelle Anforderungen, Herausforderungen und Ziele zu verstehen. Diese Partnerschaft ermöglicht es, Automatisierungslösungen präzise auf spezifische Produktionsziele abzustimmen – beispielsweise die Reduzierung kritischer Ausfallzeiten oder die Verbesserung der Produktqualität bzw. bestimmter Fertigungsprozesse. Durch die Ausrichtung jedes Schritts der Automatisierungsstrategie auf die Ziele des Herstellers trägt ein erfahrener Partner zu kontinuierlicher Verbesserung und langfristigem Markterfolg bei.

Ein Automatisierungspartner legt zudem großen Wert auf effektive Kommunikation, sodass sich alle Beteiligten über Projektanforderungen, Zeitpläne und Erwartungen einig sind. Auf diese Weise lassen sich potenzielle Herausforderungen frühzeitig erkennen und geeignete Gegenmaßnahmen entwickeln. Regelmäßige Updates und Feedbackschleifen zwischen den Teams fördern fundierte Entscheidungen und erfolgreiche Projektergebnisse.
Durch die Zusammenarbeit mit einem Partner, der laufende Kommunikation priorisiert und zugleich mit den strategischen Zielen des Herstellers im Einklang steht, können Unternehmen sicherstellen, dass ihre Automatisierungsinitiativen ihre Produktionsziele bestmöglich unterstützen.

Jedes Projekt ist einzigartig. Lassen Sie uns Ihre Herausforderungen kennenlernen und aufzeigen, wie Automatisierung Ihr Projekt pünktlich zum Start bringen kann.

Weitere Ressourcen

Ryan Tavares

Director, Pre-Automation Services

ATS Industrial Automation

Seit über 20 Jahren unterstützt Ryan führende Hersteller und Brancheninnovatoren dabei, ihre Abläufe durch Automatisierung und Prozessoptimierung zu transformieren. Ryan befähigt Fertigungsunternehmen, ihre Effizienz zu steigern, die Produktqualität zu verbessern und die Produktion zu skalieren, um nachhaltiges Wachstum zu fördern und maximale Renditen zu erzielen.